Wie entstand die Brauerei?


Die Auerhahn-Bräu ist aus dem herrschaftlichen Brauwesen der Schlitzer Grafen hervor gegangen.




Hinterburg



Ottoburg



Schachtenburg



Vorderburg



Urkundlich ist erstmals 1585 erwähnt, dass diese in der Herrschaftsschenke in Sandlofs Herrschaftsbier siedeten. Aus alten Urkunden geht weiter hervor, dass ab dem Jahre 1684 alle 5 Herrschaftsfamilien von Schlitz eigene Herrenschänken mit Braustätten (Vorderburg, Hallenburg, Hinterburg, Ottoburg und Schachtenburg) in der Stadt Schlitz betrieben.

Zuerst erloschen die Linien der Schachtenburger und Hinterburger, dann starben die Ottoburger und schließlich die Vorderburger aus, so dass der gesamte görtz´ische Besitz an den Chef der Hallenburger Linie, den Hannoverschen Kammerpräsidenten Friedrich Wilhelm fiel.


Was lag für Friedrich Wilhelm näher, als die fünf kleinen Herrschaftsbrauereien aufzugeben und sich dem Bau einer modernen großräumigen Braustätte zuzuwenden?

So wurde im Jahr 1721 die neue große Brauerei an der Schachtenburg, am Standort des alten Brauhauses, errichtet.




... und im 20. Jahrhundert?


Bis zum Beginn des I. Weltkrieges entstanden zahlreiche Anbauten an die Brauerei. Nach dem Krieg versuchte man sich in Expansion, denn bereits 1917 erwarb Graf Wilhelm sämtliche Anteile der Tivoli-Brauerei in Fulda, die stillgelegt und noch lange als Fuldaer Niederlassung der Schlitzer Brauerei genutzt wurde.

Graf Wilhelm erweiterte den Absatz durch das Verschmelzen mit 10 Kleinbrauereien, u. a. mit Kammandel in Geisa, Hodes in Eiterfeld, Steinweg in Hersfeld, Guntrum und Manß in Schlitz. Da der Bierkonsum im Zuge der Kriegs- und Nachkriegsjahre stark gesunken war und zudem neue Maschinen erforderlich wurden, kam es am 1. Juli 1920 zu einem 30-jährigen Vertrag mit der Großenlüderer Brauerfamilie Otterbein. Es entstand die "Gräflich Görtzische Brauerei - Gebrüder Otterbein".


Ferdinand Otterbein baute den Kundenstamm neu auf und verfünffachte den Absatz. Nach seinem Tode 1926 übernahm sein Sohn Arthur die Unternehmensleitung.

Der II. Weltkrieg beendete die Aufwärtsentwicklung. Allein durch die Teilung Deutschlands gingen der Brauerei Niederlassung in Eisenach, Geisa und anderen Orten verloren.

Nach dem Ablauf des 30-jährigen Vertrages wurde 1950 zwischen Graf Otto Hartmann und Frau Rosalie Otterbein die Vertragsverlängerung in Gestalt einer GmbH beschlossen. Der neue Name lautete: "Auerhahn-Bräu Schlitz GmbH".

Die besondere Schlitzer Bierspezialität- das Urhahn Helle Alt - wurde bereits 1964 von Gustl Peetz, dem Braumeister der Auerhahn-Bräu, eingeführt. Der einzigartige Geschmack dieses obergärigen Biertyps, wie er sonst nur im Rheinland gebraut wird, überzeugte nachhaltig die Bierkenner und machte das Schlitzer Land zu einer wahren Altbier-Hochburg!

Aufgrund von Erbauseinandersetzungen auf der Otterbeinschen Seite und der Konzentration des Grafen auf seine Wäldereien wurde im Dezember 1967 die Brauerei an die "Sämmtliche Riedesel Freiherrn zu Eisenbach" bzw. an die Lauterbacher Burgbrauerei verkauft.

Im Jahr 1985 feierte die Brauerei ihr 400-jähriges Jubiläum - seinerzeit mit 39 Mitarabeitern.


In 1997 wurde die Auerhahn-Bräu vom benachbarten Hochstiflichen Brauhaus Fulda übernommen. Aufgrund baulicher und technischer Mängel, welche durch Denkmalschutzvorschriften wirtschaftlich nicht zu beheben waren, wurde die Braustätte 1998 stillgelegt. Die beliebten Bierspezialitäten werden seitdem nach den alten Rezepten in Lauterbach mitgebraut.


Nach der Jahrtausendwende...


Für das "Urhahn Helles Alt" wurde in 2002 eine neue Flasche mit eigenem Kasten eingeführt: die nostalgisch gestaltete 0,5 l Schraubverschlußflasche. Neben der Optik und dem leichtem Öffnen bietet diese noch den großen Vorteil, daß das Bier so schäumend frisch und spritzig wie beim ersten Schluck bleibt!

Im Juli 2004 waren es genau 40 Jahre her, dass es das erste köstliche Glas Urhahn Helles Alt zu trinken gab. Dies wurde zum Anlaß genommen, das 1. "Schlitzer Alt"-Bierfest zu feiern. Das „Bierelebnis in der Burgenstadt“ wurde am Schlitzer Marktplatz eröffnet. Dessen Brunnen wurde zum Altbier-Brunnen umfunktioniert, aus dem die Biermajestäten das „köstliche Naß“ ausschenkten. Anschließend wurde weitere 2 Tage im nostalgischen alten Brauereihof mit der romantischen Burgenkulisse im Hintergrund zünftig gefeiert.

Aufgrund der guten Resonanz des "1. Altbierfestes" wurde seitdem alle 2 Jahre, immer am 2. Juli-Wochenende im Trachtenfestfreiem Jahr, in Schlitz ein Altbierfest gefeiert. In 2010 findet dies im Rahmen des 425-jährigen Jubiläums der Auerhahn-Bräu im Festzelt vor der Hallenburg statt.

Für die nachhaltige Spitzenqualität ihrer Produkte wurde die Auerhahn-Bräu von der DLG in 2006 mit dem "Preis der Besten" in Bronze ausgezeichnet.