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 Jahrhunderte gehörte das Bereiten des Bieres wie das Brotbacken zu den Aufgaben der Hausfrau. So war es selbstverständlich, dass auch auf den verschiedenen Schlössern der Riedesel und deren Gutsbetrieben Bier gebraut wurde. Jede Schlossherrin braute nach eigenem Rezept und war bemüht, das bessere Bier zu erzeugen.
Die erste Urkunde von einer Riedeselschen Hausbrauerei stammt aus dem Jahre 1498. Hier werden in einer Rechnung Bierschöpfer, Siedezuber und Hopfen für die Braustätte in der Burg zu Lauterbach verrechnet. |
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1898 wurde eine Dampfmaschine angeschafft, was die Kellerkühlung zur Streckung des Natureises ermöglichte. Außerdem besaß die Dampfmaschine einen Dynamo für 110 Volt zur Stromgewinnung.
Damit auch die entfernte Kundschaft pünktlich beliefert werden konnte, wurden 1901 und 1902 in Bad Hersfeld, Ulrichstein und Grebenhain eigene Niederlassungsgebäude mit Eiskeller errichtet.
Der I. Weltkrieg brachte der Lauterbacher Burgbrauerei - wie allen anderen Brauereien - entscheidende Beschränkungen vor allem durch die gesetzliche Einschränkung des wichtigsten Rohmaterials: der Gerste. Das Bier wurde von Jahr zu Jahr dünner und dementsprechend schlechter. Zudem mussten im Krieg wertvolle metallene Produktionsgeräte wie z. B. die kupferne Braupfanne geopfert und durch Eisen ersetzt werden. |
Die Nachkriegszeit mit der eintretenden Inflation machte es der Brauerei zunächst unmöglich, mit den Verkaufserlösen die Instandsetzung und Ergänzung der Betriebseinrichtung vorzunehmen. Diese wirtschaftlich sehr schwere Zeit konnte nur dank starken Willens und Tatkraft überwunden werden.
Mit Beginn des Jahres 1924 trat dann aufgrund der allgemeinen wirtschaftlichen Lage endlich ein erleichternder Umschwung ein. So konnten dann auch die hölzernen Lagerfässer allmählich auf zylindrische glasemaillierte Eisenfässer umgestellt werden. Anfang 1930 wurden dann auch die ersten hölzernen Gärbottiche durch stahlemaillierte Eisenbottiche ersetzt. 1939 wurde noch eine neue Flaschenfüllerei mit einer 3.000 Flaschen/Stunde-Leistung angeschafft.
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Der II. Weltkrieg setzte der Erweiterung und Modernisierung wieder ein Ende. Das Bier wurde ein zweites Mal immer schlechter und dünner. Wegen der Knappheit der Rohstoffe erfanden die Brauer hilfsweise ein Molkegetränk, zu dem man außer Molke noch Hopfen, Süßstoff und Färbungsmittel verwandte. Zum Schluss wurde dieses Getränk mit künstlicher Kohlensäure versetzt.
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Überblick über die Entwicklung in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts |
 1951 Bau einer neuen Flaschenkellereianlage für 6.000 Flaschen/Stunde (noch mit manuellem Verschließen)
1958 Erweiterung des Sudhauses |
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1960er Umstellung der Lagertanks auf Aluminium- und Edelstahltanks, Umstellung von Holz- auf Aluminiumfässer
1966 Einführung der 0,5 l "Euro"-Flasche im Plastikkasten, was das Ende für die Bügelflaschen und Holzkisten bedeutete
1968 Übernahme der Auerhahn-Bräu Schlitz
1984 Einstellung des Mälzereibetriebes
1986 Original Spezi-Konzession
1993 Neubau des Abfüll- und Logistikzentrums mit einer Kapazität von 24.000 Flaschen pro Stunde und Einführung moderner KEG-Fässer
1994 Einführung der 0,5 l "NRW"-Flasche in neuen, grauen Kästen
1997 Übernahme durch das Hochstiftliche Brauhaus Fulda
1998 Einführung der 0,33 l "Longneck"-Flasche Stilllegung der der Braustätte in Schlitz
1999 Einweihung des gegenüber der Brauerei neu angelegten Hopfen- gartens mit einem "Hopfenpflückerfest" Der Schaugarten soll den Besuchern den Rohstoff Hopfen näher bringen! |
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 Im August 2002 wurde das 475 jährige Jubiläum mit einem "Tag der offenen Tür" gefeiert. Über 5.000 Menschen kamen bei schönstem Wetter in die Brauerei, welche aus allen Nähten platze. Nach dem Jazz-Frühschoppen mit den Papa-Hiebers-Dixie-Schiebern wurde vom Bürgermeister und Landrat das Jubiläums-Bier, der "Lauterbacher Bierstrolch", feierlich angestochen.
Danach gab es weiteres Musikvergnügen mit der Wallenröder Dicke-Backe-Kapell´ bis in die Abendstunden hinein. Für das leibliche Wohl gab es leckere Biergerichte. Parallel wurden den ganzen Tag im Hopfengarten vom Hessischen Fernsehen die Sendung "Hopfen und Malz - Bierfest in Lauterbach" mit Michaele Scherenberg und Karl-Heinz Stier aufgezeichnet. Ein buntes Fest!
Zusätzlich zum großen Jubiläumsfest wurden in 2002 noch zwei weitere große Investitionen getätigt: - Einführung der 0,5 l Schraubverschlußflasche für "Urhahn Helles Alt". - Kauf eines neuen Dampfkessels, wodurch der Erdgasverbrauch um über 20% gesenkt werden konnte.
Seit 2006 gibt es für "Lauterbacher Pils" die 5 l - Partydose (in der Brauerei direkt ist diese auch bereits vorgekühlt erhältlich.)
Im Juli 2007 wurde bei schönstem Wetter wieder ein Brauereifest gefeiert. Hierbei wurde auch das neuste Produkt vorgestellt: "L-Mix" - Lauterbacher Bier + Cola!
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